INDIVIDUELLE STADTRUNDFAHRT / KRIMINALTOUR BERLIN

Düsteres Berlin

moabitSchon in der Kaiserzeit waren Kriminalgeschichten populär, in den Zeitungen wurden ausführlich Polizei- und Prozessberichte behandelt. Einige der ermittelnden Kommissare brachten es zu einiger Berühmtheit. Die Polizeiarbeit wurde modernisiert, der Kriminaldirektor Leopold von Meerscheidt-Hüllessem führte Verbrecheralbum und Erkennungsdienst ein.
Um die Jahrhundertwende blühte die Wirtschaftkriminalität. Mädchenhändler, Betrüger, Heiratsschwindler, Fassadenkletterer, Hochstapler und Hoteldiebe trieben  in Berlin ihr Unwesen.
Der dreisteste und berühmteste aller Hochstapler war der Rumäne Georges Manolesku – gefürchtet in allen europäischen Großstädten.

Die Weimarer Republik ist geprägt durch eine tiefe sozial Kluft, die sich durch die 4,5 Millionen Stadt zieht. Die Arbeiterviertel mit ihren Mietskasernen verfallen zusehens, das Leben ganzer Bevölkerungsschichten ist vom sozialen Abstieg geprägt.  Aber  am Kurfürstendamm, im reichen Berliner Westen, wird gefeiert, als wenn es kein Morgen gibt.
Das Verbrechen hat Hochkonjunktur. Die Zeitungen sind voll von Mord, Raubmord, Mädchenhandel, Prostitution, Kokainhandel . Dazu kommen am Ende der Zwanziger Jahre auch noch politische Morde, wie  der Mord an Horst Wessel.
Es ist die große Zeit der Ringvereine, mafiöse Vereinigungen, mit so schönen Namen wie “Immertreu” oder “In Treue fest”. Sie kontrollieren die Stadt. Ein Vereinslokal war die berüchtigte Mulackritze in der Spandauer Vorstadt, in die sich auch schon mal wohlhabende Charlottenburger auf der Suche nach Nervenkitzel wagten.
Gruselig der Fall des Massenmörders Großmann. Berühmt und durchaus beliebt sind die Einbrecher-Könige von Berlin, die Gebrüder Sass.

Auf der Seite der Polizei wird der Verbrecherjäger Ernst Gennat, “der Buddha vom Alex” – dort war das Kriminal-Präsidium -, zum Medienstar. Er gründet die “Zentrale Mordinspektion”. Die Fahndung nach Verbrechern wird erfolgreicher durch Fahndungsaufrufe im Rundfunk und 1938 sogar zum ersten Mal im Fernsehen.

Auch in der Nazizeit, in der durch den Staatsterror generell ein Rückgang der “normalen” Verbrechen zu verzeichnen war, gab es spektakuläre Fälle, die in aller Munde waren, so die Entführung des Fabrikanten Schlesinger im Februar 1934, der Raubmord am Kurfürstendamm im Januar 1936 oder Fall des S-Bahnmörder im September 1940.

Nach dem Krieg wird das zerstörte Berlin zu einem Paradies für Verbrecher, kann man sich doch der Strafverfolgung leicht entziehen durch den Wechsel vom Sowjetsektor in die Westsektoren oder umgekehrt.
Berühmt wird die Gladowbande, eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die sich mit Diebstahl, Einbruch und Schiebereien über Wasser hielten.
Auch die organisierte Kriminalität regt sich wieder: in einem Cafe in der Wiener Str., Kreuzberg wird der “Sparverein Südost ” gegründet – in bester Tradition der Ringvereine.

Unsere Reise durch das Verbrechen der Metropole endet mit spektakulären Fällen der letzten Dekaden, wie dem des Karstadt Erpressers Dagobert oder dem spektakulären Poker-Raub im Hotel Hyatt am Potsdamer Platz 2010. Die Täter wurden zwar gefasst, aber von der Beute fehlt jede Spur.
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“Düsteres Berlin”, die individuelle Stadtrundfahrt durch Berlins Kriminalgeschichte, von unserem Guide  spannend und humorvoll erzählt, hat i.d.R. eine Länge von 2 Std. .
Sie kann auch mit einer Überblickstour kombiniert werden.

Haben wir Ihre Neugier geweckt?
Dann rufen Sie uns an unter +49(0)30 61 30 58 61
oder schreiben Sie uns einfach
: info@berlin-tour-and-guide.de
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Literatur Tipp:  Wer historische Kriminalromane liebt und  sich für die turbulente Atmosphäre des Berlin in den 20er und frühen 30er Jahre interessiert, dem wird die Krimis von Volker Kutscher lieben. Sein letztes Werk “Märzgefallene” spielt zur Zeit der Machtübernahme und schildert  fesselnd und authentisch u.a. den Übergang von Republik zur Diktatur.

Quelle: Renate Stürickow, Verbrechen in Berlin, 2014