Holländisches Viertel

Holländer Viertel PotsdamDas berühmte Holländische Viertel in Potsdam gilt als größte Siedlung im Holländischen Stil außerhalb der Niederlande. Es besteht aus 136 Häusern und ist durch zwei Straßen und eine Kreuzung in 4 Karreés unterteilt.

Um 1730 wurde dieses einzigartige Viertel auf Geheiß Friedrich Wilhelms I. durch den Architekten Boumann errichtet.
Ziel war es, holländische Ingenieure und Baumeister anzulocken, um sich hier niederzulassen.
Denn wie auch Berlin hat Potsdam bis heute Probleme mit hohem Grundwasserspiegel und sandig-sumpfigem Boden. Und wie wir auch heute wissen, sind die Holländer gewöhnt, auf solch einem Boden zu bauen. Sie wurden eingeladen, dem König beim Aufbau Potsdams mit ihrem Know-How zu helfen – und sie sollten sich in dem eigens für sie errichteten Viertel wie zu Hause fühlen. Doch leider war das Interesse der Holländer, ins tiefste Preußen zu kommen, eher mäßig.
Im Laufe der folgenden Jahrhunderte entwickelte sich das Quartier zu einem Künstlerviertel. Auch heute sind hier noch viele Kunstschaffende mit ihren Workshops ansässig. Außerdem laden einige schöne Kaffeehäuser und Restaurants zum Genießen ein – und einige interessante Trödel-, Bücher-, Spielzeug- und Modeläden zum Shoppen.

Fast hätte das Holländische Viertel die DDR nicht überlebt – ähnlich wie die Spandauer Vorstadt in Berlin. Beide Viertel sind während der Luftangriffe des 2. Weltkriegs relativ verschont geblieben, wurden aber von der DDR völlig vernachlässigt und erst nach der Wende wieder historisch genau saniert.