Mühle, Sanssouci

Historische Mühle von SanssouciSchon bevor Friedrich II. Schloss Sanssouci bauen ließ, stand auf  einem Hügel ganz in der Nähe ab 1739 eine sogenannte Bockwindmühle. Auf einem hölzernen Gestell ruhend, konnte sie komplett in den Wind gedreht werden.

Der Legende nach gab es einen Konflikt zwischen König Friedrich II. und dem Müller Grävenitz, der sich über die geänderten Windverhältnisse durch den 1747 vollendeten Schloss-Neubau beklagte. Auch Friedrich war unzufrieden, das Geklapper der Mühle war ihm zu laut. Aus diesem Grund wollte Seine Majestät die Mühle schließen.
Aber der Müller widersetzte sich, worauf ihm Friedrich bedeutete, er könne ihm ja als König die Mühle ohne Weiteres fortnehmen. Der Müller entgegnete “Aber nur, wenn es das Amtsgericht in Berlin nicht gäbe”. Der König lächelte, akzeptierte und ließ dem Müller seine Mühle.
Solche Geschichten des 19.Jahrhunderts mit seiner verklärenden Sicht auf den “Alten Fritz” sollten dessen Volksnähe illustrieren und auch seine Unterordnung unter das Gesetz. Schließlich galt Friedrich der Große als aufgeklärter Monarch.

Um 1800 wurde die alte Bockwindmühle durch eine moderne holländische Windmühle ersetzt. Der letzte Müller trat 1858 von seinem Pachtvertrag zurück. Weitere Bewerber wurden abgelehnt und so wurde die Mühle ab 1861 eine Attraktion für die ersten Touristen.
Im zweiten Weltkrieg brannt die Mühle ab, wurde später rekonstruiert und erfreut bis heute die Sanssouci-Touristen als Wahrzeichen des Schlosses Sanssouci und seiner Parkanlagen.

Die historische Windmühle ist voll funktionsfähig. Noch immer wird hier Mehl gemahlen, mit dem eine spezielle Sorte Brot gebacken wird, die es auch schon unter Friedrich II. gab. Man kann das Backwerk in der Mühle kaufen.