Dampfmaschinenhaus, Moschee, Potsdam

Vieles in der Residenzstadt Potsdam wurde im 17. und 18.Jahrhundert ausschließlich zu dekorativen Zwecken gebaut. So auch die berühmte „Moschee“ am Ufer der Havel, die Friedrich Wilhelm IV. bis 1843 von Ludwig Persius bauen ließ.
Das Gebäude sieht aus wie eine osmanische Moschee, ist aber tatsächlich ein Pumpenhaus. Schon Mitte des 19.Jahrhunderts wurde von hier Wasser in das Bassin des Ruinenberges, nördlich des Schlosses Sanssouci, gepumpt. Von dort wurden die Fontänen im Park versorgt.
Noch heute beeindruckt die damals mit 81 PS stärkste Dampfmaschine Preußens von Borsig, die die Hauptfontaine des Gartens auf imposante 38m steigen ließ. Besucher können sie wieder in Betrieb sehen, allerdings wird sie dann mit einem Elektromotor angetrieben.

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 Chinesisches Teehaus, Park Sanssouci Zusammen mit dem Schloss Sanssouci enstand auf der Südseite ein barocker Schmuckgarten, den Friedrich der Große reichhaltig dekorieren ließ.
So schuf Johann Gottfried Büring zwischen 1754 und 1764 das prächtige Chinesische Teehaus. Büring nahm die China-Begeisterung des Hofes auf und entschied sich für einen herrlichen, exotischen Pavillion, der bis heute seinesgleichen sucht.
Die Fassade wurde mit vergoldeten Figuren dekoriert – chinesische Musikanten und teetrinkende Höflinge, die allerdings von Kleidung und Gesicht eher europäisch anmuten. Am Gebäude findet man Säulen in Form von Palmen und auf dem Dach präsidiert ein fetter Mandarin mit Sonnenschirm.
Auch das Innere des Teehauses ist prachtvoll. Auf vergoldeten Konsolen wird feines Prozellan des 18.Jahrhunderts präsentiert, das Deckengemälde zeigt eine vergnügte „chinesische“ Gesellschaft.

Das chinesische Teehaus von Sanssouci sehen Sie während folgender Touren:
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Brandenburger Tor, PotsdamAuch Potsdam hat sein Brandenburger Tor. Es wurde bis 1770 von den Baumeistern Gontard und Unger erbaut und ist somit gut 20 Jahre älter als Deutschlands Nationalsymbol, das Brandenburger Tor in Berlin.
Während jenes von Langhans im klassizistischen Stil geschaffen wurde, erinnert das Potsdamer Tor an römische Triumphbögen, besonders an den Konstantinbogen in Rom. Es liegt am Westende der Brandenburger Str., der heutigen Hauptstraße der Stadt.
Vor dem Tor liegt der Luisenplatz, benannt nach Königin Luise, der Gattin Friedrich Wilhelms III..
Das „Brandenburger Tor“ wurde in Potsdam und Berlin so genannt, weil hier die Straße zur Stadt Brandenburg/Havel, etwa 50 km westlich von Potsdam, aus der Residenzstadt hinaus führte.

Das erste Brandenburger Tor, das eher wie ein Burgtor aussah, wurde von Friedrich Wilhelm I. im Zuge der Stadterweiterung um 1730 gebaut – zusammen mit einer neuen Stadtmauer, der sogenannten Akzise-Mauer (Zollmauer). Friedrich der Große ließ nach dem Ende des verlustreichen siebenjährigen Krieges das weitaus monumentalere heutige Brandenburger Tor errichten.

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 Bildergalerie, Park SanssouciGleich östlich von Schloss Sanssouci ließ Friedrich der Große innerhalb von 9 Jahren bis 1764 von Johann Gottfried Büring seine Bildergalerie bauen. Sie gilt als Deutschlands ältestes fürstliches Museum.
Hier sind bis heute die Lieblingsmaler Friedrichs zu bewundern – sei es Caravaggio, van Dyck oder Watteau. Auch die französische Kunst des Rokoko ist präsent. Der König war ein leidenschaftlicher Sammler.

Im 2.Weltkrieg wurden die Bilder sichergestellt und ins Schloss Rheinsberg verbracht. Große Teile dieses Schatzes wurden von der Sowjetunion konfisziert und landeten in Russland. 1958 wurden viele der Werke zurückgebracht. Dennoch verblieb eine große Anzahl in russischen Sammlungen. Heute ist die Gemäldegalerie wieder öffentlich zugänglich. Man wundert sich über Wände, an denen dicht an dicht Gemälde hängen – ganz so wie zu Friedrichs Zeiten – und ganz anders als in modernen Museen.

Die Bildergalerie Sanssouci sehen Sie während folgender Touren:
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Stadtführung Potsdam, Belvedere auf dem Pfingstberg Der Pfingstberg ist mit seinen 76m die höchste Erhebung Potsdams.
Auf diesem ehemaligen Weinberg ließ Friedrich Wilhelm IV. bis 1846 ein wunderbares Aussichtsschlösschen bauen, ein Belvedere.

Dieser Prachtbau im italienischen Stil  mit dem zentralen Bassin wurde von den Schinkel-Schülern Persius und Stüler realisiert. Von Größe und Pracht stellt es das von Friedrich dem Großen erbaute Belvedere auf dem Klausberg in den Schatten.
Von seinen beiden Türmen hat man einen grandiosen Blick nach Berlin.

Im Kalten Krieg lag das Belvedere im Grenzgebiet, wegen der Nähe zur Glienicker Brücke. Betreten war verboten und so geriet der schöne Bau in Vergessenheit.
Nach der Wiedervereinigung wurde das heruntergekommene und überwucherte Gebäude aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Ein Liebhaber-Verein sammelte erfolgreich Spenden für die Restaurierung und so strahlt das Belvedere auf dem Pfingstberg heute wieder in altem Glanz. Es gehört zu den schönsten Bauwerken Potsdams.
Von den Türmen des Bauwerks hat man eine wunderbare Aussicht auf Havel, Grunewald und Berlin.

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 Belvedere auf dem Klausberg, PotsdamDas Belvedere auf dem Klausberg, nördlich des 1769 fertiggestellten Neuen Palais gelegen, ist das letzte Gebäude, das Friedrich der Große im Rahmen eines ambitionierten Verschönerungsplanes der Umgebung von Sanssouci  bauen ließ.
„Belvedere“ bedeutet schöne Aussicht. Diese lässt sich bis heute vom Hügel nördlich des Parks Sanssouci trefflich genießen. Das Bauwerk gilt als erster Aussichtspunkt dieser Art in Potsdam. Weitere folgten. Das berühmteste ist wohl das das Belvedere auf dem Pfingstberg, ein Meisterwerk aus dem 19. Jahrhundert, mit freier Sicht bis nach Berlin.

Die Architektur des Belvedere soll an den Kaiserpalast Neros in Rom erinnern. Es ist zweigeschossig, mit zwei Umgängen und einer Kuppel ausgestattet.
Im Krieg ausgebrannt, wurde es in den neunziger Jahren mit Hilfe der Messerschmidt-Stiftung München von außen und innen restauriert. Der obere, mit Stuckmarmor ausgestattete Saal, ist mit seinem herrlichen Deckengemälde und dem Eichenparkett definitiv einen Besuch wert.

Das Belvedere auf dem Klausberg sehen Sie während folgender Touren:
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Alter Markt, PotsdamDer Alte Markt in Potsdam, einst barockes Zentrum der Stadt, ist im Krieg schwer beschädigt worden. Nur die Nikolaikirche von Schinkel und das Alte Rathaus von Knobelsdorff, dem Lieblings-Architekten Friedrichs des Großen, blieben erhalten.
Auch das den alten Stadtkern beherrschende Stadtschloss wurde im Krieg zerstört, die DDR ließ später die Reste sprengen.
Der barocke Bau wurde allerdings 2010 als Rekonstruktion wieder in Betrieb genommen – nicht als Schloss, sondern als Regierungssitz  des Bundeslandes Brandenburg.

Auf dem Platz vor der Nikolaikirche kann ein Obelisk von Knobelsdorff bewundert werden. Auf den vier Seitenflächen waren ursprünglich preußische Könige zu sehen, nach dem Krieg wurde sie restauriert, dann aber mit den Konterfeis der wichtigsten Baumeister Preußens versehen.

Das Palais Barberini, vor dem Krieg neben dem Potsdamer Stadtschloss zur Havel hin gelegen, wurde in den letzten Jahren genau dort wieder aufgebaut – als Kunsthaus mit wechselnden Ausstellungen und der Sammlung von Hasso Plathner. So bekommt der Alte Markt, der zum alten Siedlungskern  „Poztupimis” gehört, seine historischen Abmessungen wieder.

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Newski Kirche PotsdamDer russische Zar Alexander I. war am preußischen Hof hoch angesehen und Freund des Königs Friedrich Wilhelm III. Potsdams russisch-orthodoxe Kirche – nach dem Heiligen Alexander Newski benannt – wurde ihm zu Ehren nach seinem Tod im Jahre 1825 gebaut.
Alle russisch stämmigen Potsdamer, so auch die Bewohner der russischen Kolonie Alexandrowka, durften die Kirche benutzen.

Die im altrussischen Stil errichtete Kirche ist ein verkleinerter Nachbau der Desjatin-Kirche in Kiew. Sie hat einen quadratischen Grundriss,  im Zentrum einen großen Zwiebelturm und an jeder Ecke einen kleinen.Der beeindruckende Innenraum, sowie das Gitter des Kirchhofs, entwarf Karl Friedrich Schinkel, der sich schon mit den Holzhäusern der Alexandrowka an russischer Architektur versucht hatte.
Die Ikonenwand wurde in St. Petersburg gestaltet. Die liturgischen Gegenstände aus dem 19. Jahrhundert werden bis heute genutzt.

Tipp für Ihren Spaziergang: vom Schloss Sanssouci aus kann man über den Ruinenberg und vorbei an der Alexander-Newski-Kapelle das wunderbare Belvedere auf dem Pfingsberg erreichen.

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 Russische Kolonie Alexandrowka, PotsdamDie Alexandrowka in Potsdam ist eine von Karl Friedrich Schinkel geschaffene Kolonie mit zwölf russischen Gehöften und angrenzenden Gärten, ganz im Stil der russischen Militärsiedlungen des frühen 19.Jahrhunderts. Die gesamte Anlage hat einen ovalen Grundriss und wird von zwei Wegen durchschnitten, die von oben betrachtet ein Andreaskreuz darstellen.

Mit dieser Siedlung verbindet sich eine interessante Geschichte:
Nachdem Napoleon 1806 bei Jena und Auerstedt die preußische Armee besiegt hatte,  war Preußen fortan gezwungen, mit den Franzosen gegen den ehemaligen Alliierten Russland zu ziehen.
In der Folge kamen russische Kriegsgefangene auch nach Potsdam. Aus diesem ließ Friedrich Wilhelm III. einen Chor rekrutieren, der vor Truppe und Hofstaat singen musste.
1813 wurde Napoleon besiegt, Russland und Preußen wurden wieder Alliierte. Der russische Chor durfte sich in der Folge samt Familienmitgliedern in Potsdam niederlassen. Für sie wurde die Alexandrowka gebaut.
Bis heute wohnen hier Nachkommen der russischen Sänger, denn den Familien war es untersagt, die Häuser zu verkaufen. Der Name geht – wie auch der Alexanderplatz in Berlin – auf den russischen Zaren Alexander I. zurück, der ein enger Freund Friedrich-Wilhelms II. war, bevor Napoleon diese Freundschaft zerstörte.

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